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16. August 2026

Die Presse online: Hilfe, mein Kind will ein Tattoo!

Tattoos boomen bei Jugendlichen. Sie sind vom Subkultur-Phänomen zum Statussymbol aufgestiegen. Wie sollen Eltern mit Tattoo-Wünschen umgehen?

Dass Tattoos im Mainstream hip wurden, hat mit zwei Tendenzen der Moderne zu tun, sagt Soziologe und Jugendkulturforscher Bernhard Heinzlmaier: der Individualisierung und der Ästhetisierung. „Das Individuum löste sich aus den engen Verbindlichkeitsstrukturen der traditionellen Institutionen und hatte das Ziel, durch individuelle Attraktivität als etwas Besonderes zu erscheinen. Die Ausbreitung neuer Bildmedien begünstigte die Ästhetisierung. Nun wurde die Abgrenzung durch Äußerlichkeiten zur zentralen Strategie der Individualisierung. Nachdem Tattoos sowohl provokant als auch aufsehenerregend waren, wurden sie zuerst von den Jugendkulturen aufgegriffen, die nonkonformistisch und gesellschaftskritisch auftraten. Nach der Jahrtausendwende wurden die Tattoos normalisiert und zu einer individuellen ästhetischen Note ohne provokativen Aspekt.“ ...