Die Computer-Szene

Die Computer-Szene

22.10.09 Die digitale Avantgarde der Computerszene


Die Computerszene ist die in Deutschland zweitwichtigste Szene nach der Fitnessszene. Etwas mehr als 18 Prozent der Jugendlichen und jungen Erwachsenen fühlen sich ihr zugehörig. Anders als andere Szenen, die im Laufe der Jahre teils massiven Entwicklungen, die Zugehörigkeit betreffend, unterworfen waren, bleibt die Computerszene in etwa konstant. Auch was die Altersstruktur der Szene betrifft offenbart sich hier eine bemerkenswerte Konstanz, mit Ausnahme der 20-24jährigen, die hier unterrepräsentiert sind. Lediglich im Verhältnis der Geschlechter gibt es hier ein Ungleichgewicht, wenig überraschend sind die Männer hier deutlich überrepräsentiert, während sich 25 Prozent von ihnen dieser Szene zugehörig fühlen, sind es unter den weiblichen Jugendlichen und jungen Erwachsenen lediglich 11 Prozent. Dieses Verhältnis zeigt sich auch, wenn es um jene Personen geht, die mit dieser Szene gar nichts anfangen können: ein Drittel der Frauen gibt an, die Szene abzulehnen.

Wie steht es um das Klischeebild des typischen Computer-Nerds?

Interessante Aufschlüsse zu dieser Frage ergeben sich, wenn man das Konsumverhalten der Szeneangehörigen genauer unter die Lupe nimmt. Zumindest für einen Teil der Szene scheint sich das Klischee des typischen Computer-Nerds, der einen großen Teil seiner Freizeit damit verbringt, mit reichlich Energydrinks und Chips versorgt vor dem PC zu sitzen, zu bewahrheiten. Sie geben deutlich mehr Geld nicht nur für Software, Computerzubehör und Games aus, sondern auch für Süßwaren und Snacks. Für Konzerte und Sportevents geben sie dafür klar weniger aus als der Durchschnitt. Wer sich den typischen Nerd aber, in Übereinstimmung mit dem Klischee, als übergewichtig, schlecht gekleidet und mit ungewaschenem, strähnigem Haar versehen, vorstellt, liegt falsch. Die Mitglieder der Computerszenen unterscheiden sich hinsichtlich ihrer Ausgaben für Kleidung, Kosmetik und Sportausübung keineswegs vom Durchschnittsjugendlichen!

Politik und Religion sind „yesterday“

Deutliche und faszinierende Korrelationen finden sich, auf der Werteebene. Hier deutet sich an, dass die traditionellen Verpflichtungen, aber auch die Verlockungen der Außenwelt für die Angehörigen der Computerszene gleichermaßen weniger Gewicht haben wie für den Durchschnitt der jungen Menschen. Dies betrifft im Bereich des öffentlichen Lebens vor allem die Politik und die Religion, die hier eine noch deutlich geringere Rolle spielen als dies unter jungen Menschen ohnehin der Fall ist, wenn man sie nach den für sie wichtigsten Lebensbereichen fragt. 40 Prozent von ihnen ist Politik „sehr“ oder „eher“ wichtig (in der Gesamtstichprobe sagen das 50 Prozent), 12 Prozent der Angehörigen betrachten Religion als einen wichtigen Lebensbereich (Gesamtstichprobe: 20 Prozent). Auch materieller Erfolg ist für sie deutlich weniger relevant, vor allem im Vergleich mit der (sehr materialistisch eingestellten) Fitness-Szene. Während 80 Prozent der Angehörigen der Fitness-Szenen Erfolg als „sehr“ oder „eher“ wichtig bewerten, sind es im Fall der Computer-Szene lediglich 60 Prozent.

An dieser Stelle bringen wir einen wöchentlichen Einblick in die vier wichtigsten Jugendszenen Fitness, Computer, HipHop und House, . Wenn Sie über unseren Newsletter immer auf dem neuesten Stand bleiben wollen, klicken Sie bitte hier... .
Fotocredits: "zeno_pensky" / www.jugendfotos.de

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