Die HipHop-Szene

Die HipHop-Szene

19.11.09 HipHop – Die wichtigste Musikszene


Die HipHop-Szene ist die drittwichtigste Jugendszene in Deutschland, allerdings mit stark fallender Tendenz. War sie im Jahr 2004 mit einer Zugehörigkeitsquote von einem Viertel noch die mit Abstand beliebteste Szene, waren es 2008 nur mehr knapp 18 Prozent die angaben, Teil der HipHop Szene zu sein, während vor allem Fitness und House (siehe dazu die Beiträge weiter unten) konstant an Bedeutung gewonnen haben. Dieser Attraktivitätsverlust lässt sich nicht zuletzt auf das zunehmend schlechter werdende Image der Szene zurückführen, die vor allem unter höher gebildeten Jugendlichen den Ruf bekommen hat, etwas „Prolliges“ an sich zu haben. Denn während (deutsche) HipHop Acts wie „Die fantastischen Vier“ oder die „Beginner“ ihre Anhängerschaft auch aus bildungsnahen Milieus rekrutieren konnten, dominieren heute Gangsta-Rapper im Stil von Bushido und Sido den Markt, Künstler, die mit ihren Ghetto-Attitüden Gymnasiasten und junge Erwachsenen kaum mehr begeistern. Die Szene hat trotzdem besonders unter den männlichen Jugendlichen noch eine große Anhängerschaft. 22 Prozent der männlichen (im Vergleich zu 13 Prozent der weiblichen) Jugendlichen und jungen Erwachsenen fühlen sich ihr zugehörig. Mit zunehmendem Alter verliert die Szene aber deutlich an Attraktivität. Während sich noch 27 Prozent der 11-14jährigen als Szenegänger deklarieren, sind es unter den 25-29jährigen nur mehr 15 Prozent.

Bling ist in, Hochkultur ist out

Mit der oben skizzierten Wandlung der Szene haben sich auch die Werte, hier dominieren, deutlich verschoben. Es regiert ein statusorientierter Materialismus nach dem Motto des „Bling“. Dieser Begriff steht im engeren Sinne für das Glänzen von Edelsteinen, im übertragenen Sinne bedeutet er aber jegliche Form von Reichtum, wenn er nur übertrieben hemmungslos zur Schau gestellt wird. Deswegen unterscheidet sich das Ausgabeverhalten der Mitglieder der HipHop-Szene deutlich von jenem des Durchschnitts. Für immaterielle und Bildungsgüter wie Kultur, Bücher oder Kino wird hier deutlich weniger Geld ausgegeben, dafür wird überdurchschnittlich viel in Kleidung und Accessoires investiert. Als beliebteste Freizeitbeschäftigungen wird von Frauen konsequenterweise besonders häufig das „Shopping“ angegeben, die Männer hingegen gehen überdurchschnittlich oft ins Fitnessstudio. Wenig überraschend, dass auch in den beliebtesten HipHop-Videos Künstler wie Massiv oder eben Bushido besonders gerne ihre durchtrainierten Körper zur Schau stellen. Daneben spielt auch die Beschäftigung mit Musik in der HipHop-Szene eine wichtige Rolle. Der beliebteste Musikstil ist dabei internationaler HipHop, bei den Männer landen Deutscher HipHop und Gangsta Rap auf den Plätzen, während die Frauen neben HipHop vor allem Soul und R’n’B hören.

Materialistische Wertehaltungen dominieren

Dem Diktat des „Bling“ sind auch jene Wertehaltungen geschuldet, die in der HipHop Szene besonders stark vertreten werden. Geld, Arbeit und gutem Aussehen wird hier eine deutlich wichtigere Rolle zugemessen als im jugendlichen Durchschnitt. Aber es sind nicht alleine die materiellen Werte, die hier besonderes Ansehen genießen. Gerade bei den männlichen Jugendlichen sind es Werte wie „Mut“ und „Treue“, also Werte, die ein recht traditionelles Bild von Männlichkeit, wie es (vor allem im Gangsta Rap) zelebriert wird, repräsentieren, die hier hoch im Kurs stehen. Interessant auch, dass der Wert Religion, der in den meisten Jugendszene nur eine marginale Rolle spielt, hier noch verhältnismäßig wichtig ist. Wie zahlreiche Studien belegen spielt die Religion heute besonders im Alltagshandeln von Migranten noch eine relativ wichtige Rolle, und Jugendliche mit Migrationshintergrund sind es auch, die sich in der HipHop Szenen besonders zu Hause fühlen.

An dieser Stelle bringen wir einen Einblick in die vier wichtigsten Jugendszenen Fitness, Computer, HipHop und House, . Wenn Sie über unseren Newsletter immer auf dem neuesten Stand bleiben wollen, klicken Sie bitte hier... .

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