Fitness Sportarten boomen

Fitness Sportarten boomen

19.05.10 TIMESCOUT 2010: Fitnesswelle erreicht neuen Höhepunkt unter Österreichischen Jugendlichen. Weibliche Jugendliche deutlich aktiver als männliche.


40 Prozent der 11- bis 29-jährigen jungen ÖsterreicherInnen betreiben aktiv Fitness, zusätzlich laufen und joggen 35%. Im Gegensatz dazu verlieren die so genannten Trendsportarten wie Snowboard und Beachvolleyball viele ihrer aktiven AnhängerInnen.

Die Fitness-Szene ist weiblich dominiert

Besondere Fitnessaffinität weisen die 20- bis 29-jährigen und die Mädchen und jungen Frauen auf. Von Ihnen sind 45% im Fitnesscenter oder im hauseigenen Fitnessraum aktiv. Deutlich größer als bei der männlichen Jugend ist auch die Zahl der aktiven Läufer/Jogger in der Gruppe der Mädchen und jungen Frauen. Über 40% von ihnen ziehen regelmäßig die Laufschuhe an.

Adidas ist die beliebteste Sportmarke

Apropos Sportschuhe: Die am häufigsten verwendete Schuhmarke ist Adidas, gefolgt von Nike und Puma. Geht es um Sportbekleidung, so greifen über 50 Prozent der jungen FitnessfreundInnen am liebsten zu Klamotten von Adidas.

Die Entwicklung der letzten Jahre: Fitness gewinnt, Trendsportarten verlieren

Betrachtet man die Entwicklung seit dem Jahr 2006, so zeigt sich, dass Fitnessaktivitäten stark an Bedeutung gewinnen, während Skifahren und Snowboard massiv an aktiven AnhängerInnen verlieren. Zudem haben sich viele Jugendliche vom Beachvolleyballsport zurückgezogen. Die Gruppe der LäuferInnen ist über die Jahre hinweg stabil geblieben.

Pragmatisches und nutzenorientiertes Bewegungs- und Körperkonzept der Jugend

Die relevanten deutschen und österreichischen Jugendstudien beschreiben die Grundhaltung der Jugendlichen und jungen Erwachsenen als stark am persönlichen Nutzen ausgerichtet. Bei allem, was die Jugend tut, steht ein am ökonomischen Nutzen- und Vorteilsdenken des marktwirtschaftlichen Dispositivs ausgerichtetes Handlungskonzept im Vordergrund. Deutliche Auswirkungen zeigt das marktwirtschaftlich-ökonomische Nutzenkalkül nun auch auf die Auswahl der aktiv ausgeübten Sportarten. In erster Linie betreiben Jugendliche nun ganz gezielt solchen Sport, der ihnen den größten körperästhetischen Nutzen bringt.
Der menschliche Körper ist unter der Bedingung einer performativen Ökonomie, in der Erfolg in erster Linie von Selbstdarstellungs- und Selbstinszenierungspraxen abhängt, zu einem Schlüsselobjekt der Imagebildung geworden. Wer gut aussieht, kann mit größerem Respekt und Ansehen unter den Gleichaltrigen bis hin zur bevorzugten Behandlung in Arbeitswelt und Bildungsinstitutionen rechnen.
Die Folge ist nun, dass jene Sport- und Bewegungsangebote boomen, die den Körper gemäß den medial vermittelten hegemonialen Körperbildern zu modifizieren versprechen. In den Jugendkulturen scheint sich eine Sportpraxis herauszubilden, die sich nicht mehr primär an den Werten Spaß, Lustgewinn und einem sozial-kommunikativ befriedigenden Gruppenerlebnis ausrichtet, sondern das materielle Ziel der Körpermanipulation im Sinne von hegemonialen Körperästhetiken in den Mittelpunkt stellt. Die kulturelle Sphäre des Sports verliert damit nach und nach ihren traditionellen Grundcharakter als zweckfreier Raum der Freude, des Vergnügens und des körperlichen Selbstempfindens durch und in der Bewegung. An dessen Stelle tritt die Funktionalisierung des sportlichen Körpers als Mittel zum Zweck persönlicher Erfolgskonzepte.


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