Szenepanorama 2009

Szenepanorama 2009

6.10.09 Einstellungen und Werte in modernen Jugendszenen.

Jugendszenen sind nicht nur Stil-, sondern auch Wertegemeinschaften. Das heißt, dass sich Szeneangehörige nicht nur über gemeinsame ästhetische Vorlieben, wie zum Beispiel bestimmte Dresscodes, definieren. Szenezugehörigkeit drückt sich vielmehr auch in einem geteilten Wertekanon und spezifischen Konsummustern aus. Um herauszufinden, worin diese gemeinsamen Vorlieben bestehen und in welchen Punkten man von szeneübergreifenden Trends sprechen kann, wurden die Daten der aktuellen 15. Welle der von tfactory durchgeführten Jugendstudie TIMESCOUT , in der 1.200 junge Deutsche im Alter von 11-39jährigen befragt wurden, nach der Zugehörigkeit zu den wichtigsten Jugendszenen (Fitness, Computerszene, HipHop und House) ausgewertet und analysiert.

Zugehörigkeit zu Jugendszene
Wer bei Szenejugendlichen vor allem an Punks oder andere in der Öffentlichkeit besonders auffallende Szenen denkt, verliert die breite Mehrheit jener Jugendlichen aus dem Blickfeld, die sich einer Lebensstilgruppe zugehörig fühlen, die weniger polarisiert und für weniger Aufsehen sorgt. Etwa zwei Drittel der Jugendlichen und jungen Erwachsenen geben an, sich (mindestens) einer Szene zugehörig zu fühlen. Einer Szene anzugehören bedeutet nämlich nicht, sich einer Gruppe exklusiv zu verpflichten, vielmehr ist die Zugehörigkeit zu mehr als einer Szenen keine Seltenheit, ganz im gegenteil. Im Durchschnitt bekennen sich die Befragten zu zwei bis drei Szenen gleichzeitig.

Fitness und Computer sind die größte Jugendszene
Die Fitness-Szene ist die über die letzten Jahren konstant wichtigste Lebensstilgruppe, 24 Prozent der jungen Deutschen fühlen sich ihr zugehörig, wobei der Anteil der männlichen Szenegänger mit 27 Prozent leicht über dem der Frauen mit 21 Prozent liegt. Außerdem fällt auf, dass die Fitness-Szene auf das Alterssegment der jungen Erwachsenen besondere Strahlkraft ausübt: fast 30 Prozent der 20 bis 29jährigen fühlt sich ihr verbunden. Mit gut 18 Prozent Zugehörigkeit ist die Computerszene die zweitwichtigste Szene bei den 11-39jährigen. Dabei überrascht kaum, dass die besonders computeraffinen Männer in dieser Szene überrepräsentiert sind: bei den männlichen Jugendlichen liegt sie mit 25% Szenezugehörigkeit nur knapp hinter der Fitness-Szene, während sich nur 11 Prozent der Frauen dieser Szene zugehörig fühlen. Außerdem ist die Computerszene eher jung, es sind hier vor allem die unter 20jährigen, die sich hier als Szenegänger deklarieren.

House löst HipHop als wichtigste Musikszene ab
Obwohl sie über die letzten Jahre stark an Reputation eingebüßt hat, erfreut sich die HipHop-Szene nach wie vor großem Zuspruch, 18 Prozent der Jugendlichen und jungen Erwachsenen fühlen sich ihr zugehörig. In noch stärkerem Ausmaß als im Falle der Computerszene sind hier vor allem männliche Jugendliche unter 20 vertreten. Der Shooting-Star unter den Szenen ist nach wie vor die House-Szene. Während sich im Jahr 2005 noch weniger als 10 Prozent als Szeneanhänger deklarierten, waren es 2008 bereits knapp 20 Prozent, mit steigender Tendenz. Was die Geschlechterverteilung betrifft, sind hier Männer und Frauen gleichermaßen vertreten. Hinsichtlich der Altersstruktur sind in der House-Szene hauptsächlich die 15- bis 25jährigen aktiv. Die zunehmende Popularität dieser Szene und deren Potential wird vor allem auch in dem Umstand deutlich, dass House in nur zwei Jahren zum beliebtesten Musikstil der jungen Deutschen aufgestiegen ist. Zählten 2006 lediglich 18 Prozent House zu ihren bevorzugten Genres, waren es Ende 2008 schon über 30 Prozent. Auch Techno feiert im Aufschwung der Clubszenen ein Revival. Führte er im Jahr 2006 noch eher ein Nischendasein, galt er 2008 über 30 Prozent der Jugendlichen und jungen Erwachsenen als angesagt, für 15 Prozent gehört Techno heute zu den beliebtesten Genres.

An dieser Stelle bringen wir einen wöchentlichen Einblick in die vier wichtigsten Jugendszenen Fitness, Computer, HipHop und House, . Wenn Sie über unseren Newsletter immer auf dem neuesten Stand bleiben wollen, klicken Sie bitte hier... .


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tfactory Hamburg
Philipp Ikrath, pikrath@tfactory.com ,
Evelyn Nozsicska, enozsicska@tfactory.com
Tel.: 0049 / 40 / 375 03 444

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